Lohnsteuerhilfevereine: Eine Art von Social Business?

Am 31.05. ist es wieder soweit. Einige von uns müssen wieder eine Steuererklärung abgeben und haben jetzt schon Angst davor. Hilfe, wie ging das noch mal? Soll ich das Steuerlehrbuch aus dem dritten Semester noch einmal aus dem Keller holen oder lieber gleich einen Steuerberater beauftragen? Gott sei Dank gibt es noch etwas dazwischen.

Jeder hat sie hier in der Stadt bestimmt schon einmal gesehen und sich jedes mal gefragt, woher die kommen und was die eigentlich genau machen. Die Rede ist von Lohnsteuerhilfevereinen. 1964 schuf man durch Änderung des Steuerberatungsgesetztes die Institution der Lohnsteuerhilfevereine, um allen Arbeitnehmern einen bezahlbare Beratungsleistung anbieten zu können. Das Entscheidende hierbei ist, dass es sich um Selbsthilfeeinrichtungen handelt, welche nicht gewinnorientiert arbeiten. Jedes Mitglied, welches einen Mitgliedsbeitrag bezahlt kann alle Leistungen unbegrenzt in Anspruch nehmen. Der Mitgliedsbeitrag ist abhängig vom Einkommen, liegt aber in der Regel zwischen 55 und 300 Euro. (siehe Mitgliedbeitragsstaffelung des Lohn- und Einkommenssteuer Hilfe Rings)

Dennoch muss man die Lohnsteuerhilfevereine klar von den traditionellen Steuerberatern abgrenzen. Lohnsteuerhilfevereine arbeiten ausschließlich für Arbeitnehmer und übernehmen somit keine Buchführungsaufgaben oder Umsatzsteuererklärungen. Als Leiter einer Beratungsstelle ist auch keine Steuerberatungsprüfung notwendig, da sich die Ausübung dieser Tätigkeit eher an unter dem Steuerberater liegende Qualifikationen wie Steuerfachwirte oder Bilanzbuchhalter richtet.

Die wesentlichen Beratungsleistungen beziehen sich auf:

– Die Einkommenssteuererklärung
– Das Kindergeld
– Die Prüfung von Steuerbescheiden
– Die Wahl der richtigen Steuerklasse

Falls dies euer Interesse weckt könnt ihr euch gerne beim einem der Dachverbände informieren:

z.B. Lohn- und Einkommensteuer Hilfe Ring

Würdet ihr die Leistung der Vereine in Anspruch nehmen? Erkennt ihr den Social Business Gedanken?

Dann werdet Mitglied in einem der deutschlandweit rund 2000 Vereine und holt euch eine bezahlbare Steuerberatungsleistung.

Hier ein paar Vereine in eurer Nähe, ich glaube die Auswahl passt ☺

Lohnsteuerhilfevereine in Berlin

Stay tuned!

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2 Kommentare zu “Lohnsteuerhilfevereine: Eine Art von Social Business?

  1. Hey Max, ist ja lustig gerade am Wochenende hatte ich dieses Thema im Biergarten. Ein Bekannter führt nämlich einen Lohnsteuerhilfeverein und soweit ich weiß verdient dieser gutes Geld. Sein Vater wiederum hat gleich mehrere Lohnsteuerhilfevereine und macht damit eine Menge Geld. Jedoch ist dies nicht mit einer Gewinnerzielungsabsicht gleichzustellen oder vielleicht doch??

    Da sie sich über Mitgliederbeiträge finanzieren verstehe ich jetzt allerdings warum sie sich Verein nennen dürfen, das war im Übrigen das Thema im Biergarten.

    Insgesamt sind Lohnsteuerhilfevereine sicher eine gute Sache, da Steuerberater ja sehr teuer sind und der Staat jährlich Millionen durch nicht abgegebene Steuererklärungen macht.

    By the way noch ein kleiner Tipp für alle Steuer zahlenden Studenten, die Fahrtkosten zur Uni können laut BFH Urteil (AZ:VIR 44/10) ab sofort in voller Höhe abgesetzt werden. Hier noch der Link dazu : http://www.bfhurteile.de/bfhurteilede/urteil.html?tx_qcombfhurteile_pi1%5Baz%5D=VIR4410

  2. Hey Steffen,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Eine Menge Geld ist relativ 🙂 Sicherlich werden die Leiter der Vereine ab und zu ein ganz hübsches Gehalt bekommen, jedoch ist es bei Vereinen nicht möglich Gewinn auszuschütten, was einen großen Unterschied macht. Ich finde es legitim wenn die Leiter der Vereine ein angemessenes Gehalt bekommen. Fakt ist: doch Lohnsteuervereine bekommen alle Bürger eine bezahlbare Beratungsleitung. Somit wird doch ein gesellschaftliches Problem gelöst? Ist ist ja gerade die Aufgabe von Social Businesses? Ganz klar haben wir jedoch hier eine Abgrenzungsproblematik zu einem normalen Geschäft. Wie schon in meiner „about me Seite“ freue ich mich auf weitere Diskussionen über die Abgrenzung von normalen Geschäften zu Social Businesses.

    Bis morgen

    Max

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