Der Ökologische Fußabdruck – Nachhaltigkeit in Zahlen

Schon in meinem letzten Artikel tauchte das Wort Ökologischer Fußabdruck auf. Durch Franzis Kommentar animiert beschäftige ich mich in diesem Beitrag mit der Frage: für was steht dieser Begriff eigentlich?

Experten erklären es so: „Der Ökologische Fußabdruck ist ein Umweltindikator, der das komplexe Zusammenwirken von zahlreichen Umweltdaten und Zusammenhängen zu einem handhabbaren Wert bündelt. Man kann ihn für Menschen, Länder, Produkte und Unternehmen berechnen, und er zeigt symbolisch an, wie viel Erdoberfläche notwendig ist, um z.B. einen Schuh oder ein Stück Käse zu produzieren. Dafür werden Daten z.B. über den Verbrauch an Energie und biotischen Ressourcen, über das Abfallaufkommen und die Emissionen von CO2 gesammelt und verrechnet.“

Bei jedem Konsum von Gütern oder Dienstleistungen werden Rohstoffe und Energie verbraucht. Der Ökologische Fußabdruck berechnet, wie groß die biologischen Flächen seien müssen, damit die Natur unseren Konsum nachhaltig decken kann.

Laut Studien des Global Footprint Network wird die Tragfähigkeit der Erde vom Verbrauch des Menschen seit 1987 überschritten, d.h. die Menschen leben seit 25 Jahren über ihre Verhältnisse.

„Weltweit gesehen gibt es sehr große Unterschiede im Ökologischen Fußabdruck. Ein US-Amerikaner beansprucht durchschnittlich 9,6 gha, während die Biokapazität der USA 4,7 gha pro US-Bürger beträgt. Ein Inder begnügt sich mit 0,8 gha, allerdings hat Indien lediglich eine Biokapazität von 0,4 gha pro Inder, weil das Land sehr dicht besiedelt ist. Ein Deutscher benötigt 4,5 gha, Deutschlands Biokapazität liefert jedoch nur 1,7 gha pro Person. Den größten Fußabdruck haben mit 11,9 gha die Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate.“

Wenn nun aber gerade globalisierte Unternehmen den Ökologischen Fußabdruck verwenden, ist dies dann als Güte-Siegel zu verstehen oder doch nur ein neuer Werbeslogan?

Was meint Ihr?

Unter folgendem link könnt Ihr Euren Ökologischen Fußabdruck messen:

http://www.footprint-deutschland.de

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5 Kommentare zu “Der Ökologische Fußabdruck – Nachhaltigkeit in Zahlen

  1. Danke für diesen interessanten Artikel. Ich hatte von dem Begriff „ökologischer Fußabdruck“ bisher immer nur eine grobe Vorstellung. Natürlich habe ich auch meinen persönlichen Fußabdruck gleich mal berechnet und musste mit erschrecken feststellen, dass wir bei meinem Verbrauch laut dem System 2,15 Erden bräuchten. Das regt zum Denken an!
    Was die Verwendung des Wertes für Marketingzwecke großer Unternehmen angeht bin ich jedoch etwas kritisch. Meiner Meinung nach sagt der errechnete Wert schon viel aus und es ist wichtig ihn so gering wie möglich zu halten. Jedoch ist der Berechnungsweg zum einen nicht sehr transparent und zum anderen haben wir ja an dem McDonaldsbeispiel im vorigen Artikel gesehen, dass ein achten auf den ökologischen Fußabtritt noch lange nicht bedeutet, dass das Unternehmen wirklich ein Interesse an Nachhaltigkeit hat.

    • Hallo Jana, schön dass Du gleich mal deinen persönlichen Fußabdruck berechnet hast. Bei meinem Verbrauch würden übrigens 2.91 Erden benötigt und dabei habe ich weder ein Auto noch einen immensen Stromverbrauch. Ich muss wohl mal über mein Konsumverhalten nachdenken… Mit deiner kritischen Meinung zur unternehmerischen Verwendung und Berechnung stimme ich überein.

  2. Hallo Steffen,

    mein Lebensstil erfordert sogar satte 3,05 Erden. Liegt es an der Tatsache, dass ich täglich an die 100km mit der Bahn und teils mit dem Auto zurücklege? Oder an der Tatsache dass ich in einen Einfamilienhaus wohne und fast täglich die Waschmaschine läuft? Oder die Tatsache dass ich nicht so viele Bio-Produkte kaufe?

    Mich würde mal interessieren, welches meine Energie-Sünden sind?!

    • hey „Miss Brandenburg“ 😉
      ich weiß nicht ob Du den Test bis zum Ende durchgegangen bist, aufjedenfall wird nach der Ergebnisseite noch aufgeschlüsselt wie die prozentuale Gewichtung der einzelnen Bereiche ist. Bei mir ist der größte Anteil die Ernährung, esse wohl einfach zu gerne Fleisch und tierische Produkte…hätte nicht gedacht das dies so ins Gewicht fällt.

  3. Hey Steffen,

    auch ich finde deinen Artikel sehr interessant und habe natürlich auch gleich mal geschaut. Ich habe einen Wert von 3,04 Erden und ich bin auch sehr überrascht, denn auch ich habe kein Auto und fahre auch regelmäßig mit den Öffentlichen. Meinen sonstigen Konsum empfand ich immer als normal.
    Jedoch fallen laut der Aufschlüsselung rund 42% auf den Punkt Ernährung und hier habe ich anscheinend echt Nachholbedarf.

    Und gerade im Lebenmittelbereich, denke ich, kann jeder schnell und effektiv etwas tun. Ich hatte kürzlich gelesen, dass Verbraucher rund 21 % ihrer Lebensmitteleinkäufe in den Müll schmeissen. Leider muss ich zugeben, dass ich nach dem Lesen etwas mehr darauf geachtet habe, wie es bei mir und meiner Freundin so aussieht und musste leider feststellen, dass auch bei uns viel Essen im Müll landet.
    Ich denke, wenn man seinen Einkauf etwas besser plant und nicht einnfach immer so drauf los kauft, kann man auch schon einen positiven Beitrag leisten.

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