Was ist die richtige Rechtsform für ein Social Business?

Als erstes müssen wir den Begriff „Social Business“ definieren. Laut dem Friedensnobelpreisträger Muhammed Yunus ist der unterschied vom Social Business zum Social Entrepreneur dahingehend gekennzeichnet, dass ein Betreiber eines Social Business vollständig auf die Ausschüttung eines Gewinns verzichtet.

Muhammad Yunus erarbeitete in seinem Buch „Building Social Business“ sieben Punkte heraus die ein Social Business ausmachen:

  1. The business objective is to overcome poverty, or one or more problems (such as education, health, technology access, and environment) that threaten people and society-not to maximize profit)
  2. The company will attain financial economic sustainability
  3. Investors get back only their investment amount. No dividend is given beyond the return of the original investment
  4. When the investment amout is paid back, profit stays with the company for expansion and improvement
  5. The company will be environmentally conscious
  6. The workforce gets market wage with better-than-standard working conditions
  7. Do it with joy

Hat man sich nun entschlossen ein Social Business zu gründen und ist bereit diesen sieben Punkten zu folgen, wird man vor die Wahl gestellt welcher Rechtsform man sich bedient.

Yunus stellt fest, dass es in vielen Ländern im Rechtssystem noch keinen Platz für Social Businesses gibt. Vergleicht man non-profit und for-profit Rechtsformen, ergeben sich folgende Vor bzw. Nachteile.

non-profit Rechtsformen:

Vorteile:

– es werden Steuervorteile gewährt

– es ist leichter eine Finanzierung von anderen non-profit Organisationen zu erhalten

– Unterstützer erwarten keine finanzielle Rendite und können auch keine beziehen

Nachteile

– non-profit Organisationen unterliegen oft einer starken Regulierung

– non-profit Organisationen sind von Natur aus nicht als ein umsatzgenerierendes Gebilde organisiert was in Konflikt mit der  Nachhaltigkeit steht

– keine klaren Verantwortlichkeiten, da oft das Management wechselt wenn die Amtszeit der „Board Members“ zu Ende ist und da es keinen Eigentümer gibt

– wechselndes Management ändert oft die Ziele der Organisation

for-profit Rechtsformen:

Vorteile:

– Klare Abzeichnung der Verantwortlichkeiten durch die Eigentümer der Organisation

– Weniger Regularien

– Identifizierung mit dem Business wird durch das Eigentum gesteigert

(Die Eigentümer sind stolz auf die erwirtschaftete soziale Rendite, wo hingegen in non-profit Rechtsformen kein Eigentümer  hinter der Organisation steht)

Nachteile:

– Die Eigentümer könnten umschwenken und anfangen sich Profite ausbezahlen zu lassen

– Es ist schwieriger für for-profit Rechtsformen eine Finanzierung für ein soziales Vorhaben zu bekommen

Letztendlich rät Yunus zu einer for-profit Rechtsform, da es aus seiner Sicht fundamental ist, dass das Unternehmen einen Eigentümer hat. Dennoch sind viele Social Businesses in einer non-profit Rechtsform organisiert.

Was denkt ihr darüber? Wie würdet ihr es machen? Wo seht ihr mehr Missbrauchspotenziale?

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2 Kommentare zu “Was ist die richtige Rechtsform für ein Social Business?

  1. Very interesting article Max! Did you read that book before choosing the themenfeld or during the themenfeld, as this book was mentioned in class?

    I honestly don’t know what legal form would be the best suitable. You mentioned some very good key points that one should consider. But I guess the best legal form depends on the business one has…

  2. Bahar,

    my friend Lloyd who´s involved in Social Entrepreneurship projects gave me that book as a present. I read it Winter 2010 while I was in China. That was the first time I got in touch with the core principles of Social Entrepreneurship.

    If you want to read it, I can for sure give it to you..

    Max

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