Schuldenfalle Studium?

Im Jahre 2008 platzte in den USA die Immobilienblase und trieb somit die Weltwirtschaft an den Rand einer Kernschmelze. Obwohl die Löcher im Finanzsystem kurzzeitig gestopft sind tut sich aber leider in den USA schon wieder eine nächste Blase auf. Zwar wird beim Platzen dieser Blase nicht gleich die gesamte Weltwirtschaft auf Talfahrt gehen, jedoch stellt es in den USA ein ernstzunehmendes Problem da.

Die Rede ist von der sogenannten „College bubble“. Im Jahre 2011 summierten sich die Schulden für College-Gebühren amerikanischer Studenten und  Absolventen erstmalig auf über 1 Billion US-Dollar. Somit übersteigt diese Summe sogar die gesamten Kreditkartenschulden des Landes. Eine Collegeausbildung kostet in den USA im Schnitt 40.000 Dollar pro Jahr, an den renommiertesten Institutionen sogar 60.000 Dollar

aufwärts. Insgesamt stiegen die Studiengebühren seit 1986 um 440 Prozent. Obwohl das Studium oft durch Ersparnisse, Eltern oder durch Stipendien finanziert wird, verlassen zwei von drei Studenten die Uni mit durchschnittlich 24.000 Dollar Schulden.

Auffallend sind die Parallelen zur Immobilienkrise. Im Grunde handelt es sich oft, wie auch bei der Immobilienkrise um überbewertete Produkte welche sich die Konsumenten nicht leisten können. Zwar gilt in den USA ein Collegeabschluss immer noch als Garant für sozialen Aufstieg, in der Realität finden jedoch immer weniger College Absolventen einen passenden Job. Doch nun schlagen die Zahlen aus den USA Alarm. Jeder dritte Absolvent kann seine Schulden nicht mehr zurück bezahlen und gerät in Verzug. Weitergehend ist besonders die Struktur der Schuldner besorgniserregend. Insgesamt gibt es in den USA 37 Millionen registrierte Schuldner, wobei es nur knapp ein Drittel schafft, die Schulden vor dem 30 Lebensjahr zurück zu bezahlen. Ein weiteres Drittel befindet sich in der Altersklasse zwischen 30 bis 39 Jahren und das dritte Drittel ist sogar über 39 Jahre alt.

Nach Zahlungsverzug finden sich die Absolventen oft in einer aussichtslosen Situation. Da man in den USA zum Mieten einer Wohnung  oder bei der Suche eines neuen Jobs immer „credit history“ benötigt, wirkt sich die finanzielle Entscheidung über die Aufnahme eines Studienkredit noch Jahre später negativ aus.

Deutschland ist von solch einem Problem weit entfernt, lediglich Bayern und Niedersachen erheben moderate Studiengebühren und nur ca. 5 Prozent aller Deutschen Studenten nehmen einen Studienkredit auf.

Quellen:

http://www.karriere.de/studium/die-schulden-der-studenten-164789/4/

http://www.wiwo.de/politik/ausland/bildungspleite-amerikas-studenten-stehen-vor-dem-kollektiven-bankrott/5994526.html

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/jobkrise-in-den-usa-vom-bachelor-zum-brieftraeger-a-752851.html

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2 Kommentare zu “Schuldenfalle Studium?

  1. Hallo Max,
    super Beitrag, mir gefällt sehr gut wie du das Thema recherchiert hast.
    Aber vielleicht hättest du mit abschließend eine Diskussion dazu eröffnen können?

    Mich berührt das Thema persönlich, da ich in 2 Monaten selbst in der USA studieren werde. Zum Glück muss ich durch das Austausch-Programm keine Studiengebühren tragen, ansonsten hätte mich das Semester $5500 gekostet.

    LG Franzi

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